BIENENZUCHT Überlebenshelfer für die Natur

Sirup für den Winter: Harald Wulferding mit einem seiner Bienenvölker in der Nähe von Pestrup. Bild: OLAF BLUME

WILDESHAUSEN Eigentlich ist das „Bienenjahr“ bereits beendet. Die Insekten schwärmen während der Hauptvegetationsphase von März bis Ende Juli aus. „Die Ernte ist eingefahren“, sagt Harald Wulferding, Vorsitzender des Imkervereins Wildeshausen. Dass damit aber zugleich eine Art Winterschlaf einhergeht, sei ein Ammenmärchen. Im Bemühen, möglichst friedfertige, sammeleifrige und widerstandsfähige Bienenvölker zu züchten, haben die Imker derzeit auf Wiesen und in Gärten einiges zu tun.

Die Bienenzüchter des Imkervereins Wildeshausen kämpfen gegen die Varroa-Milbe und andere Erkrankungen. „20 bis 30 Prozent unserer Völker haben wir im vergangenen Winter verloren“, so Wulferding. Die Zahl der Milben, die sich quasi vom Blut der Bienen ernähren, verdoppelt sich innerhalb von drei bis vier Wochen. Während der Hauptblütenzeit haben die Imker kaum Gelegenheit einzugreifen. Aber nach der Honigernte wird die Drohnenbrut ausgeschnitten. Wulferding und seine Kollegen behandeln die Bienenkästen mit organischen Säuren. Zudem senden die Bienenzüchter so genannte Futterkranzproben ans Institut für Bienenkunde in Celle, um der „Faulbrut“ auf die Spur zu kommen.

Gleichzeitig bereitet der Imker sein Bienenvolk auf den Winter vor. Denn eigentlich hatten sich die Insekten den Honig als Vorrat für die trachtlosen Wintermonate angelegt. Das Bienenvolk braucht neue Vorräte. Es wird gezielt mit einem Sirup oder mit einem Flüssigzucker gefüttert. Die Bienen legen damit neue Wintervorräte an. Etwa 15 bis 20 Kilo benötigt ein Volk, das fit bleiben soll, bis zur nächsten Kirschblüte. „In der so genannten Wintertraube ist es immer um die 25 Grad warm“, weiß Wulferding. Er sieht seine Arbeit als aktiven Naturschutz. „Eine gute Bestäubung auf dem Feld ist im Interesse des Landwirts“, betont Wulferding. Im Alten Land gebe es sogar Extra-Prämien für die Imker, damit die Obsternte gut ausfalle. Wenn die Biene nicht mehr leben könne, verliere die Natur einen Überlebenshelfer. Mit Sorgen blickten die Imker auf genetisch veränderte Pflanzen. „Gen-manipulierte Pollen können auch in den Honig und damit in den Ernährungskreislauf gelangen.“

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